Freiwilligendienst

Freiwilligendienst im Friedhofskinderprojekt C.I.M.E.T in Sucre/Bolivien

 

Du bist zwischen 18 und 27 Jahren alt und möchtest dich für 1 Jahr in einem Auslands - Kinderprojekt engagieren?

Das Friedhofskinderprojekt C.I.M.E.T (Integratives Zentrum für minderjährige Arbeiter) in Sucre/ Bolivien ist eine Tagesstätte für Kinder, die aus sehr armen Familien kommen und als Arbeiter auf dem örtlichen Friedhof, Autowäscher, Verkäufer, Schuhputzer etc. den Lebensunterhalt ihrer Familien mitverdienen müssen. Die Kinder sind von Verwahrlosung, Gewalt, Delinquenz, Drogen und Armut bedroht. Ein Team aus ca. 5 Betreuern kümmert sich um den Schulbesuch der ca. 80 Kinder, bietet Hausaufgabenbetreuung, Tanz- und Theaterprojekte, Freizeitbeschäftigungen, psychologische Betreuung und auch ein warmes Mittagessen.
Das C.I.M.E.T ist ein Gemeinschaftsprojekt des kath. Ordens der Trinitarier in Sucre und des Lorenzer Ladens in Nürnberg.

 

Was wir anbieten:

1. Die Möglichkeit, sich nach eigenen Neigungen in die Arbeit mit Kindern einzubringen, die am Rande der Gesellschaft leben

2. Anleitung und Austausch im netten bolivianischen Mitarbeiterteam des C.I.M.E.T das aus Pädagogen, Psychologen, Theater- und Tanzlehrer, Köchin etc. besteht

3. Erleben einer neuen Kultur

4. Unterstützung bei der Finanzierung und Organisation des Auslandseinsatzes (in Zusammenarbeit mit Mission Eine Welt)

 

Was wir erwarten: 

1. Interesse für ein soziales Engagement für benachteiligte Kinder

2. Bereitschaft, sich an die Gegebenheiten des Landes anzupassen

3. Loyalität mit dem Projektpartner, mit dem Lorenzer Laden und mit unseren gemeinsamen Grundsätzen partnerschaftlicher Zusammenarbeit

4. Lernen der spanischen Sprache

 

Wenn du dich für einen solchen Dienst interessierst, kannst du dich an den Lorenzer Laden oder direkt an die Boliviengruppe wenden:

Kontakt:

Boliviengruppe

Lorenzer Laden e.V.

Nonnengasse 18

90402 Nürnberg

Tel. 0911 / 490 748 35

lola@lorenzerladen.de

 

Berichte von Ehemaligen Freiwilligen:

Das Jahr, das ich in Bolivien, genauer gesagt in Sucre, verbringen durfte, hat mich sehr geprägt. Natürlich sind da die Veränderungen, die man erlebt, wenn man sich zum ersten Mal für längere Zeit von zu Hause verabschiedet. Plötzlich heißt es, selbstständig zu handeln, die eigene Familie über längere Zeit hinweg nicht zu sehen und nicht zuletzt auch, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Man wird, wie es so schön heißt, erwachsen und lernt eigene Entscheidungen zu treffen.

Doch noch viel weiter über diese Erfahrung hinaus, die wohl früher oder später, jeder einmal in seinem Leben gemacht hat oder vielleicht noch machen wird, hat mich der Aufenthalt in Sucre und die Arbeit im CIMET zusammen mit den Friedhofskindern und Jugendlichen, charakterlich nachhaltig verändert.

Ich gebe es zu, in den Ohren des einen oder anderen, wird es vermutlich eher abgedroschen, oder nach dieser typischen idealisierenden Darstellung, klingen. Aber die Offenheit und Freundlichkeit, die mir, als Fremden in diesem Land, die sich mit Gepflogenheiten und der Lebensweise kein bisschen auskannte, von der ersten Minute an entgegenschlugen, sind einfach unvergleichlich. Selbst, wenn man sich dieser unglaublich offenen Art, der Menschen, die einen vielleicht noch nicht einmal eine halbe Stunde, einen halben Tag oder eine halbe Woche kennen, absichtlich entziehen wollen würde, so würde es wahrscheinlich am Ende nicht funktionieren. Und ganz selbstverständlich beginnt, diese positive Art das Leben zu sehen, sich auf einen selbst abzufärben. Man kann praktisch gar nicht anders, als sie zumindest teilweise aufzunehmen. So ging es zumindest mir.

Es gibt fast in jeder Situation im Leben einen Grund zur Freude! Das ist eine Tatsache, die ich in achtzehn Jahren meines Lebens in Deutschland mit dem Kopf ansatzweise zu begreifen gelernt habe. Bolivien und die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, haben es geschafft, mir in nur einem einzigen Jahr beizubringen, sie auch mit dem Herzen zu fühlen. Und das Allerschönste ist, dass es mir tatsächlich auch - zumindest bis heute - möglich war, diese Einstellung in meinen Alltag hier zu integrieren.

Was ist schon dabei, wenn ich einfach mal davon ausgehe, dass es vielleicht besser so ist, wenn es nicht so läuft, wie ich es mir eigentlich dachte, als schlechter?

Was ist schon dabei, wenn ich einfach mal davon ausgehe, dass dieses große Problem, dass da auf mich zu kommt vielleicht doch bewältigt werden kann, anstatt gleich Panik zu bekommen?

Was ist schon dabei, wenn ich einfach mal davon ausgehe, dass diese Person es nur gut mit mir meint, statt immer auf einen Hintergedanken zu lauern?

Ich freue mich jedes einzelne Mal, wenn ich mich, mitten im Alltagstrubel, bei genau so einem Gedanken „ertappe“ und unweigerlich auch mit einem Lächeln auf dem Gesicht, an die Person oder Situation zurückdenken muss, die mich, diesen Gedanken auch von Herzen zu denken, gelehrt hat“.

Rosalie

 

"Es war eine prägende Erfahrung, die Situation der Kinder und Familien in Sucre kennenzulernen, mit ihnen zu arbeiten und in die Kultur und das Leben der Bolivianer einzutauchen. Ich habe dort gelernt, anders über mich selbst, über unsere Kultur und scheinbar brennende Probleme in

Deutschland nachzudenken und bin mit vielen neuen Perspektiven, mehr Selbstbewusstsein und einer ganz anderen Gelassenheit zurückgekehrt.

Diese Erfahrung nützt mir als Berufsschullehrer im Umgang mit den Schüler-innen, bewegt mich aber auch, schulische Themen mit einer anderen "Brille" zu betrachten und hilft mir, gerade die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland sensibler zu verstehen."

Christopher