Bolivien - Land und Leute

Land und Leute in Bolivien

 

Bolivien hat eine Fläche von rund einer Million km² und eine Einwohnerzahl von rund 10 Millionen; Deutschland, vergleichsweise nur ein Drittel der Fläche, mit rund 81 Millionen Einwohnern.

Die Hauptstadt Boliviens ist Sucre und der Regierungssitz ist La Paz.
Bergkette BolivienBolivien wird von zwei großen und weit auseinander liegenden Ketten der Anden durchzogen, deren Höhe bis über 6500 m reicht (Sajama 6542 m, Illimani 6439 m). Dazwischen liegt das zentrale Hochland, der 3000 bis 4000 m hohe Altiplano Dieses bis weit in das Nachbarland Peru reichende und im Süden den Nordwesten von Argentinien einschließende Gebiet ist das eigentliche Kernland, in dem rund 60 Prozent aller Bolivianer leben, obwohl es nur etwa ein Drittel der Fläche Boliviens ausmacht. Zwischen dem Ostabhang der Anden und dem ostbolivianischen Bergland erstrecken sich die Yungas in einer Höhe zwischen 500 und 5000 m ü. NN.
Der flächenmäßig größte Teil Boliviens sind die Llanos, die sich vom ostbolivianischen Bergland bis an die Grenzen nach Brasilien und Paraguay erstrecken. Dieses nur äußerst dünn besiedelte tropisch-heiße Tiefland untergliedert sich in die trockenen Savannen des Gran Chaco und die tropischen Regenwaldgebiete Amazoniens.
Inmitten des Altiplano liegt der Titicacasee, der höchstgelegene kommerziell schiffbare See der Erde. Durch dessen Mitte verläuft die Grenze zum Nachbarland Peru.
Markt in SucreTrotz seines Reichtums an Bodenschätzen (früher vor allem Silber und Zinn) war Bolivien für lange Zeit das ärmste und exportschwächste Land Südamerikas, sein nominales Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner betrug im Jahre 2006 lediglich 1153 US-Dollar pro Kopf. Zwei Drittel der Bevölkerung lebten in Armut, 40 Prozent gar in extremer Armut, obwohl Bolivien über die größten freien, d. h. ohne gleichzeitige Ölförderung ausbeutbaren Erdgasvorkommen Südamerikas verfügt. Der Gini-Koeffizient, der die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums misst, lag bei 0,6, was eine starke Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Einkommens bedeutet. 10% der Bevölkerung verfügen über 40% des Gesamteinkommens (wikipedia).
Seit die Erdgasindustrie nach der Regierungsübernahme von Evo Morales verstaatlicht wurde, konnten die Staatseinnahmen gesteigert werden. Zeitgleich wurden auch die Zoll- und Steuerbehörden gestärkt, so dass auch von dieser Seite her ein Vielfaches an Einnahmen dem Staat zugehen. Die Exporte wurden im Zeitraum 2000-2013 etwa verzehnfacht, die extreme Armut konnte reduziert werden und damit auch die Ungleichheit. Der Lebensstandard in Bolivien ist mittlerweile mit vielen anderen Ländern der Region vergleichbar - dennoch leben eben viele Familien am Existenzminimum, weshalb 1997 das Projekt C.I.M.E.T ins Leben gerufen wurde.


Wer immer in Bolivien war, ist fasziniert von der Landschaft. Dünn ist die Luft bei einer Höhe von über 4.000 Meter. Man bekommt Tränen in den Augen, wenn man die einzigartige Landschaft, geformt teils aus erloschenen Vulkanen sieht. Flamingos BolivienKalt und wunderschön ist die Bergwelt der Anden. Tropisch heiß ist es im Tiefland. Beschwerlich ist das Reisen in Bussen über die holprigen und durchaus gefährlichen Straßen. Dafür wird man belohnt, wenn man die immer wechselnden zum Teil bizarren Landschaften sieht. Besonders sehenswert ist eine Reise nach Uyuni zum größten Salzsee der Welt.

In einer Höhe von 4500 m darf man 3 Tage lang in einem Jeep durch bizarre Landschaften fahren. Vorbei an vielen Lagunen mit Hunderten von Flamingos. Plötzlich eine Felseninsel mitten im Weiss mit sehr vielen Kakteen. Manche davon sind angeblich 1200 Jahre alt. Ein Höhepunkt jagt den anderen. Die Unterkünfte sind spartanisch und sehr kalt, und der Wild bläst um jedes Eck.

Lama BolivienDennoch wird man belohnt - mit wechselnden Landschaften: Steinwüsten, Sandwüsten, heiße Quellen, Geysire und besondere Steinformationen, dazwischen immer wieder Flamingos, Lamas oder auch Chinchillas - irgendwie wirkt das Ganze wie ein großer Zoo oder Nationalpark und doch befindet man sich in einer der entlegensten, einsamsten Flecken der Erde.

Da verwunderte es um so mehr, wenn man sich plötzlich dem Moloch Potosi nähert, einst eine der reichsten Städte der Welt. Davon erzählen noch heute die Kirchen der einstigen Konquistadoren, damals teils mit purem Gold und Silber ausgestattet. Heute jedoch ist Potosi herunter gekommen, zählt zuFelsenformation Bolivien - Arbol de piedra einer der ärmeren Städte Boliviens. Der Haupteinkommenszweig von Potosí ist weiterhin der Bergbau am Cerro Rico in einer Höhe von (über) 4000 Metern. Abgebaut werden hauptsächlich Zinn und Kupfer, Silberminen gibt es nur noch ganz vereinzelt. Einst verheizten die spanischen Eroberer im Cerro Rico Millionen Indigene, der Reichtum des Berges kam der spanischen Krone zugute. Heute arbeiten immer noch 12000 Arbeiter in den Minen, mittlerweile aus freien Stücken. Allerdings sind darunter auch immer noch Kinder.

 

Sucre


Sucre ist die konstitutionelle Hauptstadt von Bolivien und Sitz des obersten Gerichtshofs.
Die Altstadt von Sucre mit ihren weißen Gebäuden gilt als eines der am besten erhaltenen Beispiele einer Kolonialstadt in Südamerika, in Bolivien wird sie aufgrund ihrer weiß getünchten Gebäude im Zentrum auch gerne die "Ciudad blanca" genannt, die weiße Stadt.

Sucre Überblick TagSucre liegt auf einer Höhe von 2800 m und hat rund 310.000 Einwohner.
Wohl keine andere spanische Kolonialstadt Südamerikas ist so gut und so authentisch erhalten wie Sucre, und dennoch wirkt die 1538 gegründete und nach spanischem Vorbild erbaute Stadt heute keineswegs wie ein Museum, zumal sich auch die Touristenzahlen sehr in Grenzen halten.
13.000 Studenten aus ganz Bolivien und dem Ausland wohnen heute in Sucre. Sie sind auch die wichtigste Erwerbsquelle der "Weißen Stadt" in den Anden.
Nach Simon Bolivar wurde das Land 1825 Bolivien genannt, und nach seinem General Sucre die Stadt. Die hatte bis dahin La Plata geheißen - wegen des Silbers im nahegelegenen Potosí.

Diesem Silber verdankte Sucre seine Gründung, seine verschwenderisch aufwendigen und noch gut erhaltenen Bauten und seine Bedeutung zunächst als Verwaltungssitz für einen großen Teil der spanischen Kolonie und später als Hauptstadt Boliviens. Seit einem verlorenen Bürgerkrieg 1899 ist Sucre nur noch nominell die Hauptstadt. Regiert wird in La Paz. Sucre aber wird immer jene einzigartige Stadt in den Anden bleiben, ein wahrer Schatz dieser Welt.

Sucre bei NachtAn der Spitze der Zentralregierung mit Sitz in La Paz steht der für fünf Jahre gewählte Präsident. Seit 22. Januar 2006 ist dies Evo Morales. Nach der geltenden Verfassung mit der Beschränkung der Amtszeiten hätte der amtierende Präsident Morales eigentlich im Jahr 2014 aus dem Amt scheiden müssen. Jedoch ermöglichte eine Entscheidung des Verfassungsgerichts eine erneute Wiederwahl für eine weitere fünfjährige Legislatur mit der Begründung, dass die Beschränkung der Amtszeiten erst nach Morales' erster Amtsperiode eingeführt wurde.
Am 9. Dezember 2007 wurde der Text einer neuen Verfassung, bestehend aus 411 Artikeln, von mehr als zwei Drittel der anwesenden Mitglieder der verfassunggebenden Versammlung beschlossen. In der neuen Verfassung sollten unter anderem genossenschaftliche Unternehmens-modelle eingeführt und die natürlichen Ressourcen des Landes als Eigentum der gesamten Bevölkerung definiert werden. Der indigenen Bevölkerung sollten mehr Rechte zugestanden werden. Die 36 indigenen Gruppen sollten offiziell anerkannt, ihre Sprachen zu Amtssprachen aufgewertet und ihr soziales Prinzip des „buen vivir“ zum Staatsziel erklärt werden. Ausländische Militärpräsenz sollte verboten werden, Großgrundbesitz an soziale Kriterien gebunden werden. (Wikipedia)